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Seite 1 von 2 In den letzten Monaten war dieses Thema ständig in den Schlagzeilen. Es gab den Weltfrauentag mit vielen internationalen Berichten, es gab den österreichischen Frauenbericht 2010 und es gab eine Initiative von EU-Kommissarin Reding, die mit Herbst dieses Jahre Maßnahmen plant, um binnen fünf Jahren die Arbeitseinkommen von Frauen an die der Männer anzugleichen. 
Hintergrund aller dieser Maßnahmen und Publikationen ist die Tatsache, dass Frauen im Berufsleben eine immer größere Rolle spielen, Tendenz steigend. So titelte die Presseagentur pte im Februar „Frauen überholen Männer auf dem Arbeitsmarkt"! Und meldet weiter, dass seit der Beginn der Wirtschaftskrise und der rezessiven Entwicklung der Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt ständig wächst. Denn die globalen Einschnitte bei den Arbeitsplätzen betreffen zum überwiegenden Großteil Männer. Daher rechnen viele Wirtschaftsexperten damit, dass Frauen Männer am Arbeitsmarkt anteilsmäßig sogar überholen werden. Die New York Times sieht in einem viel beachteten Artikel den Grund allerdings darin, dass viele Marktsegmente, in den vorwiegend Männer beschäftigt sind, zu stärkeren Kürzungen neigen als bei den „typischen" Frauenberufen. An der ungleichen Entlohnung bei gleicher Tätigkeit werde sich zu Ungunsten der Arbeitnehmerinnen vorerst jedoch nichts ändern. Soweit der Bericht, mit dem zwischen den Zeilen stehenden Fazit, dass Frauen anscheinend zur Absenkung der Lohnkosten eingeplant werden. Das würde auch erklären, dass Frauen immer stärker für „typische" Männerberufe interessiert werden, aber dazu kommen wir etwas später. Nochmals zurück in die USA - die ungleiche Entlohnung für gleiche Tätigkeiten endet immer öfter vor den Gerichten. So berichtete sogar die österreichische Kronenzeitung von einem Fall, der in den USA für Aufregung sorgte: „Der US-Pharmakonzern Novartis wurde wegen Frauen- Diskriminierung zur Zahlung von 3,4 Millionen $ verurteilt. 13 bei Beförderungen übergangene und schlechter als Männer bezahlte Angestellte hatten stellvertretend für 5.600 Frauen geklagt, weitere Strafen könnten Milliardenhöhe erreichen". Dieses Urteil könnte tatsächlich eine Flut von Klagen auslösen, denn wer die US-Gerichtsbarkeit kennt, die sich fast immer an Präzedenzfällen orientiert, der kennt die großen Chancen, damit Recht zu bekommen. Auch in Europa beginnt man die bestehenden Richtlinien zur Gleichstellung von Männern und Frauen einzufordern. Im März d. J. drohte die EU-Kommission mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, da die Republik (diese Warnung erging auch an Belgien und Polen) diese EU-Richtlinie noch nicht umgesetzt habe. In dieser Richtlinie ist auch der Grundsatz gleicher Entlohnung verankert. Im neuen österreichischen Frauenbericht, der Ende Mai veröffentlicht wurde, fand sich dieses Versäumnis wieder: hier wurde belegt, dass die Einkommensschere in den letzten 15 Jahren sogar größer geworden ist. Jetzt hat sich die Bundesregierung auf ein neues Gesetz geeinigt, das künftig gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantieren soll. Sanktionen sind dabei nicht vorgesehen. Allerdings hat man sich auf das schwedische Modell verständigt, das vorsieht, dass die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen offengelegt werden. Mit diesen Daten können Frauen, die sich benachteiligt fühlen vor Gericht ziehen und siehe USA, möglicherweise auch Recht bekommen. Wermutstropfen für die Personalvertreter dabei: Diese Regelung gilt 2011 nur für rund 200 Betriebe und erreicht damit nur 15% aller Arbeitnehmer. Bis zum Jahr 2014 soll es dann 41% aller Beschäftigten betreffen. Der Frauenbericht, der die Entwicklungen seit 1995 untersucht hat stellt fest, dass Österreich in der EU, was die Einkommensschere betrifft an vorletzter Stelle liegt. Dahinter folgt nur mehr Estland, was die Versäumnisse der letzten 15 Jahre nur unterstreicht. In Österreich verdienten Frauen 25,5% weniger als Männer, im EU-Durchschnitt sind es 17,6%, den Spitzenwert weist Malta aus, wo es faktisch keine Differenz mehr gibt. Allerdings sind die Spitzenwerte von Malta und auch Italien mit Vorsicht zu genießen - die Chancen für Frauen selbst Geld zu verdienen sind nicht sehr hoch. Bei der Bildung haben Frauen längst gleichgezogen, oder teilweise die Männer sogar überholt. Frauen stellen 56% der Studienabschlüsse, vor 50 Jahren lag ihr Anteil noch bei rund 25%. Trotzdem stellen Frauen nur 4,8% der Geschäftsführer und 4,7% der Aufsichtsräte. Also wohin geht der Trend?
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